Arten von Handmade Coils – Fertigwicklungen

Handmade Coil Typen …und vieles mehr!

Generell ist man bei Custom Coils daran interessiert die Oberfläche durch feinen Manteldraht, hochkant stehenden Flachdraht oder andere Methoden zu vergrößern.
Durch die vergrößerte Oberfläche ergibt sich mehr Geschmack und auch Dampf. Sehr zur Oberflächenvergrößerung tragen die „Liquidtaschen“ bei, die sich überall zwischen den Kern- und Manteldrähten ergeben.

Für viele Coils biete ich verschiedene Varianten an (meist unterschiedliche Kerndrähte um hauptsächlich verschiedene Widerstandsbereiche anbieten zu können).

Natürlich nur neben den Haupteigenschaften des jeweiligen Materials:
Kleine Materialkunden – Drahtarten

Clapton Coils

Auf die Clapton Coil (1 Kerndraht umwickelt mit feinerem Manteldraht – ähnl. einer Gitarrensaite – Namensgeber ist auch tatsächlich der berühmte Gitarrist Eric Clapton aka Mr. Slowhand) gehe ich nicht ein. Ich fange an bei:

Fuse

Als Fuse bezeichnet man schlicht den Manteldraht, der um mehrere Kerne gewickelt wird, sodass die Kerne zusammengehalten werden. Die Kerne werden quasi gesichert (fuse).

Decored Clapton bzw. entkernter Clapton

Als Decored Clapton bezeichnet man den Manteldraht ohne Kerndraht. Also eine entkerne Clapton. Dieser entkernte Clapton ist nötig, um die verschiedenen Alien Coil Varianten herzustellen. Für die klassische Alien gilt ein 1:3 Verhältnis. D.h. man nimmt zum Beispiel einen 0.4mm Rundraht und ummantelt diesen mit einem dünneren Draht. Dann zieht man den Kern heraus. Nun kann man 3x 0.4mm Kerndrähte parallel zueinander nehmen und in entgegengesetzte Richtung mit dem entkernten Claptondraht ummantelt. Das ergibt dann die klassische 3-Kern Alien Coil.

1. Fused Clapton Coils

Die einfachste Variante Hier werden 2 und mehr Kerne parallel gelegt und dann mit einem Manteldraht umwickeln.
Zwischen Mantel und Kernen ergeben sich viele Liquidtaschen.
Diese Coil ist aus meiner Sicht die einfachste, die aber viel Optimierung im Vergleich zu „nackten“ Kerndrähten – also normalen Coils bringt (geschmacklich und auch dampftechnisch).
Fused Clapton

More Ohm MTL Fused Clapton

2. Alien Clapton Coils

Dieses Konzept geht ursprünglich auf @blueeyedgoon83 zurück.

Mehr Manteldraht durch die geschwungene Form Es werden auch 2 oder mehr Kerne genutzt und diese dann mit einem besonders vorbereiteten Manteldraht umwickelt.
Dadurch ergibt sich noch eine quasi Verlängerung des Manteldrahtes – dadurch noch etwas mehr Oberfläche – dadurch noch etwas mehr Geschmack.
Handmade Alien Coils – 3-Kern Alien

Jüngst ist eine Competition Coil dazu gekommen, die sehr schnell anspringt und für mechanische Akkuträger entwickelt wurde!
Variante mit weniger Metall-„Masse“ – Competition Coils

Varianten wie die Mikro Alien oder die 6-Kern Alien setzen dem die Spitze auf:
6-Kern Alien Coil

Mikro Alien Coil

2.1 Mohawk Alien

Die Mohawk Alien ist ein Zufallsprodukt. Bei der Anfertigung von normalen Alien Coils mit 3 parallel liegenden Kerndrähten, sind diese „gekippt“, sodass die Kerne dreieckig wurden. Dadurch ergibt sich die außergewöhnliche Optik der Mohawk Alien Coils:

Mohawk Alien Coil

Da mich zur Zeit Fragen zu den maschinellen Alien Fertigcoils erreichen hier mein Erfahrung dazu:
ACHTUNG: Die China-Maschinen-Alien Coils sind aus Coilbuilder Sicht meist keine echten Alien Coils. Z.B. Demon Killer ist ein quer liegender Flachdraht mit
Manteldraht, der nicht geschwungen ist (per Definition ist das eigentlich eine Flat Clapton).
ACHTUNG: GeekVape bietet glaube ich eine maschinelle Coil an, die auch geschwungenen Mantel hat, aber der Abstand der einzelnen Mantelwicklungen ist sehr groß – ergo weniger Liquidtaschen.

2.2 Enigma Coils

Aus den Alien-Coils bzw. deren unterschiedliche Verwendungsart der Manteldrähte haben sich eine Menge weiterer Variationen entwicket. Zum Beispiel die Enigma Coil. Hier in einer Corrugated Variante. Corrugated heißt dabei, dass auch ein geschwungeneder Kerndraht mit als Komponente verarbeitet wurde:

2.3 Interlocking Varianten

Durch zwei oder mehr parallel um einen Kern umwickelte Drähte erhält man einen Claptondraht, der zu Interlocking Alien Varianten verarbeitet werden kann:

Interlocking Enigma

Interlocking Framed Staple Alien

2.4 Stitched Varianten

Bei den Stiched Varianten wird vor dem ummanteln durch den Clapton ein weiterer Draht hindurchgeschoben. Dadurch ergibt sich auch ein außergewöhnlicher Mantel, der Liquid sehr gut transportiert:

3. Framed Staple Coils

Maximierung der Oberfläche durch hochkant stehenden Flachdraht
Durch zusätzliche Nutzung von Flachdraht zusammen mit umliegenden Rund-Drähten als Kernen ergibt sich zwischen den Flachdrähten enorm viel Platz für Liquid.
Mantel, der dann noch um diesen gesamten Kern geclaptoned (gewickelt) wird, trägt das übliche zur Bildung von Liquidtaschen bei.
Diese Coils sind dampflich und geschmacklich echte „Monster“. Der Liquidverbrauch steigt jedoch auch merklich.
Auch würde ich Empfehlen auf geregelten Akkuträgern zu nutzen, damit der Voltdrop nicht zu groß ist bei z.B. 1x 18650 mechanischen Tubes (geht aber auch mit etwas Vorheizzeit beim ersten Zug).
Ähnlich dazu aber aufwendiger in der Fertigung ist die Staggerton Coil.
Framed Staple Coil

3.1 Staggerton Coil

Staggerton Coil

3.2 Framed Staple Alien

Framed Staple Alien Coil

4. Staggered Fused Clapton Coils

Mehr Liquidtaschen als bei Fused Clapton
Diese Variante ist auch absolut erwähnenswert. Hier werden auch 2 oder mehr Kerndrähte genutzt. Diese werden jeweils mit feinerem Mantel umwickelt, allerdings mit Abständen zwischen den einzelnen Mantelwicklungen.
Dann werden diese vorbereiteten Kerne nebeneinander gelegt. Diese werden erneut ummantelt und zwar in die einzelnen Abstände.
Dadurch ergeben sich noch mehr Liquidtaschen. Für mich kommen diese geschmacklich sehr klar rüber. Ich habe den Eindruck sie betonen fruchtige Liquids und haben einen etwas ausgeprägteren Flash.
Staggered Fused Coils mit 2 Kernen

Die 4-Kern Variante

Ich selber nutze die 2-Kern Staggered Fused Clapton auch sehr gerne geregelt auf recht hohen Leistungen – gerade die großen mit 0.4er Kernen. Die Variante mit 2x 0.3mm Kernen (eher V2A und weniger N80) ist für mich so gerade an der Grenze, was die sinnvolle ungeregelte Nutzung mit 1×18650 Akkus angeht.
Die generellen Unterschiede zwischen z.B. Fused- oder Alien-Coils zu Staggered Fused Claptons mache ich auf Grund der Art der Liquidtaschen fest.
Bei Fused- bzw. Alien-Clapton hast Du zwischen den einzelnen Windungen „eine“ verbundene Liquidtasche. Sieht man auch gut, wenn man auf eine frische Coil Liquid tropft und wie sich das Liquid dann so einzieht. Hier habe ich den Eindruck werden süße Liquids sehr von unterstützt.
Bei den Staggered Fused Clapton ergeben sich bauartbedingt ja viele einzeln abgegrenzte Liquidtaschen. Ich denke, dass daher der Geschmacksunterschied und die Betonung von fruchtigen Aromen kommt.

4.1 Staggered Famed Staple oder Staple Staggered Fused Clapton

Erfunden von Squidoode hat man diese Coil auch als eigenes Konzept aufgenommen. Hier werden die Vorteile von Staple- und Staggered Fused Clapton Coils kombiniert. Sie kommen sehr nah an die Framed Staple Coils heran, aber durch den gut sichtbaren Flachdrahtkern kann Liquid noch schneller zum Verdampfen zum Kern transportiert werden.

4.2 Staggered Coil mit Alien Fuse

5. Razorback Varianten

Bei Razorback Coils wird ein Kerndraht mit Flachdraht ummantelt. Der schwierige Trick dabei ist, dass der Flachdraht hochkant stehen muss.

Das gelingt mit verschiedenen Hilfsmittelt. Die meisten nutzen dazu eine starke Klemme, die den Draht dann hochkant um den Kern führt. Dadurch kann man viele Coil Variationen kreieren. Als Beispiel hier eine Razorback Mohawk Coil.

6. Tsuka Coils

Bei den Tsuka Coils wird ebenfalls Flachdraht als Mantel genutzt. Anders als bei den Razorback Varianten wird aber kein hochkant stehende Flachdraht Clapton Draht genommen, sondern der Flachdraht wird getwistet – also in sich verdreht. Bei korrekter Größe der einzelnen Drehungen ensteht dann ein gleichmäßiger Mantel um die Kerndrähte. Diese Coils haben sehr gute Eigenschaften das Liquid zu den Kernen zu transportieren. Allerdings ergeben sich oft durch die einzelnen Komponenten recht „große“ Materialmasse, sodass etwas Leistung gebraucht wird um die Tsuka Coils adäquat aufzuheizen.

7. Mirrored Finish Coils

Als Mirror Coils bezeichnet man hochglanzpolierte Coils. Die Haltbarkeit gilt als etwas langlebiger. Allerdings muss der entstandene Polierstaub gründlich entfernt werden. Das gelingt am besten mit Zahnbürste und ausgiebigem Bad im Ultraschall Bad. Entgegen vieler Meinungen, dass der Geschmack unter dem Finish leiden, habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht. Ich erkläre mir das dadurch, dass auf mikroskopischer Ebene auch bei Hochglanzpolitur immer noch Struktur der Oberfläche vorhanden ist und dadurch eine sehr gute Oberfläche für die Verdampfung entsteht. Tatsächlich habe ich auch festgestellt, dass diese Coils auch z.B. bei French Dude länger brauchen, bis sie schwarz werden:

8. Binary Coils

Binary Coils beinhalten zumeist einen geschwungenen Draht auf Flachdraht, der von größeren Rund- oder Flachdrähten umgeben wird. Nach meinem Verständnis rührt der Name daher, dass die Coils innen und außen jeweils unterschiedlich sind. Auf einer Seite ist eben der geschwungene Runddraht zu sehen, auf der anderen Seite nicht. Man will die Seite mit dem geschwungenen Runddraht bei der Coil hinterher sehen, sodass man darauf achten sollen diese richtig herum zu wickeln. Diese Beispiel sähe auf der anderen Seite aus wie eine „normale“ Staggered Framed Staple Coil.

9. Staple Coils

Bei Staple Coils werden hochkant stehende Flachdrähte mit einer Fuse umantelt. Das Ergebnis sind wahre Oberflächenmonster. Dabei sind durch Anzahl der flachdrähte viele Kombinationen möglich. Von kleinen Coils mit wenig Masse bis zu richtig breiten Coils für große RDAs:

10. Snake Coils

Diese Bezeichnung wird für Coils genutzt, die in dafür passende Dual Coil Verdampfer eingesetzt werden, aber Single Coils sind. Hier werden quasi zwei Coils aus einem Stück Draht gemacht. Diese Coils eignen sich oft sehr gut zum seriellen Dampfen: